Der Ausdruck Fisematenten stammt nicht etwa wie so oft behauptet aus der Zeit der Napoleonischen Kriege, als französische Soldaten in Deutschland junge Frauen aufforderten sie in ihrem Zelt zu besuchen:

"Visitez ma tente, mademoiselle. - Besuchen Sie mein Zelt, Fräulein."

Auch war es nicht die fadenscheinige Entschuldigung französischer Soldaten, die zu spät ins Quartier kamen:

„J’ai visité ma tante. - Ich habe meine Tante besucht.“

Obwohl die meisten Rheinländer kein französisch verstanden, ahnten die bauernschlauen Mütter allerdings, was gemeint war und sahen ihre Vermutung spätestens nach neun Monaten bestätigt. Rheinische Mädchen waren über Nacht nicht nur schwanger, sondern auch zu französischen Tanten geworden. Rheinische Mütter warnten ihre Töchter in ihrer Mundart:

„Mach mir bloß keine Fisematenten, Frollein!“

Dieser Satz hat seinen Ursprung wohl vielmehr in dem bereits im 16. Jahrhundert belegten Wort Visepatenten aus dem Frühneuhochdeutschen - ordnungsgemäß verdiente, schriftlich ausgefertigte Patente.

Das Fachwort wurde in Verspottung des Bürokratischen zum Begriff für unnötige Schwierigkeiten.